Schon vorbei?

Der Tod – Etappe oder unendlicher Leerlauf?

Nun sitz ich an meinem zweiten Blog, lausche dem genialen Cash in seinem Meisterstück „Hurt“ und bedauere eine nicht annähernd ähnliche Begabung zu besitzen. Wobei, würde ich Cash gleichkommen wäre er nicht das was er wäre, ich könnte ihn also nicht mit den jetzigen Ansichten betrachten, seinen Zeilen folgen um ihnen die Absolution zu erteilen, also ist es gut, nicht so wie Cash zusein, vor allem ist es gut nicht tot zu sein. Wer weiss wo Mr. Cash jetzt ist, singt er im Himmel seine alten Klassiker? Befindet er sich auf dem Abschlag 8 beim Golf-Spiel mit Elvis und den anderen Größen? Oder befindet er sich in einer interstellaren Raum-Blase die all unsere „Seelischen-Überbleibsel“, sofern vorhanden, in sich aufnimmt? Oder, das halte ich für am wahrscheinlichsten, ist sein kompletter Mikrokosmos durch eine kleine Supernova verpufft?

Kann es sein das unser aller Ende ein verpuffen ist? Religionen bauen auf Post Mortalem Leben auf, sie stützen Menschen mit Angst vor dem Ungewissen, stützen einsame Reiter, stärken das Ross und geben ihnen Verpflegung, Glaubensrichtungen aller Art bauen darauf auf den Menschen etwas nach dem Tot zu versprechen, ob es die ewig währende Wiedergeburt ist die erst dann ein Ende findet sofern man die Erleuchtung erreicht oder die freudige Erwartung auf zahlreiche Jungfrauen, oder dem Paradies, Glaube bietet Kraft, Glaube bietet Hoffnung, eine tolle Sache sowas.

Nun meinte vor kurzem eine Pfarrersfrau zu mir: Der Tod als solches ist eine Etappe, ein Zwischenstopp, der Glaube an eine übergeordnete Kraft dessen Verbindung du durch eine irdische Institution aufrecht erhältst ist natürlich gegeben. Die Frage: Wenn es nun sowas gäbe, wer hat recht?.. Der Buddhismus? Islam? Judentum? Christentum? Hinduismus? Jeder der einzelnen Glaubens Richtungen versperren, meiner Ansicht nach, die Variable einer logischen Existenz der anderen, nun kann mir das als nicht Gläubigem egal sein.. aber muss ich als Gläubiger nicht Angst haben? Angst davor, das der Christ, der ja ebenso gläubig wie ich Buddhist bin, in das Paradies kommt und ich nur verpuffe? Ich meinen Mikrokosmos verliere weil ich dem falschen Glauben angehöre? Ich sozusagen im interstellaren Roulette verliere weil die grüne 0 anstelle der roten 22 kommt?
Tja, auch der Glaube hat sein Risiko und ich habe noch keinen Beweis gesehen der mir versichert das etwas kommt. So bleibt eines: ein extremer Glaube, eine Überzeugung die durch Jahre des Glückes die auf schreckliche Zeiten folgten gestärkt wurde, kein Wunder das unsere Alten, jene die den Krieg und seine Folgen, den Wiederaufbau Deutschlands und dessen vorrangegangene Zerstörung erlebt haben, so stark Glauben, woraus sollte nun ich diesen ziehen können?

Betrachte ich nun die Möglichkeit des „unendlichen Leerlaufes“ ist mir klar warum jemand gerne einer Religion angehört, andere Gründe in einem der nächsten Blöcke, eine Unendlichkeit im Schlaf, also Unbewusstsein, Schlaf ohne Träume, der Horror, meine Existenz endet in.. sagen wir mal 50, können ruhig mehr sein, Jahren, hoffentlich sind jene im vollen Bewusstsein, ein Leben in einer Demenz die Stufe 3 übersteigt ist zu abstrus als das ich mir dies in die Gedanken rufen wollen würde.
So verpuffe ich nun, mit, sagen wir doch das ich noch 60 Jahre mache, 77 Jahren, ein schönes Alter, sicherlich, doch für mich, aus momentaner Sicht, zu wenig. Selbst mit 77 ist das Leben nicht vorbei! In etwa 14 Jahren bewusstem Lernens habe ich einen Fingerhut voll wissen verglichen mit dem was ich möchte, absolut ungenügend. Nur, was mache ich wenn es dann in den Leerlauf übergeht? Kann ich mich mein Leben lang selbst belügen und mir solange einreden den Glauben daran zu haben um dann letztendlich vielleicht sogar eine solche Sphäre zu erreichen? Ein von Jungfrauen gespicktes Paradies? Wäre das möglich? Zu schön, zu abstrakt, zu surreal.

Also bleibt eines: den Tod akzeptieren werde ich nie, ab dem Moment ist das Leben ebenso einer gewissen Akzeptanz verfallen, ich werde mich fürchten, so wie es zahllose andere machen, andere die ihm bei weitem näher stehen als ich, wie jene werde ich Furcht empfinden! Doch, QUINTESSENCE, Furcht, also Angst, kann ich nutzen um mich anzutreiben, mein Leben auf ein anderes Werte-Niveau aufzustocken, es in der Balance zu halten, es als ewigen Fingerzeig des Schicksals sehen der mir zeigt: Zwei Sorgenfreie Stunden im Arm deiner Liebsten, im Kreis deiner Freunde, im Schose deiner Familie, Zwei jener Stunden reichen aus Wochen und Monate voller Gedanken, Selbstmitleid und Irritation wieder gut zu machen.
Zwei Stunden können mir mein Leben als „gelungen“ suggerieren. . . ! Welch unglaubliche Macht schöne Gedanken haben, absolut unvergleichlich.

Wie schön das ich bei weitem mehr als zwei Stunden davon haben werde, solltet ihr auch.

1.12.07 18:44

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Darkcry (25.3.08 21:15)
beeindruggend!

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen
Powered by 20six / MyBlog
Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung