Mitternachtsimpressionen

„See all those People running around, wasting Time..“

Die erste Zeile des Liedes „On my Own“ von der Band The Used, eine schöne Zeile, trifft einen von mir oft erlebten Zustand, stehend in einer Menschenmenge beginne ich mich zu fragen was ich hier mache, es gefällt mir ja gar nicht, in Gegenwart sovieler Menschen fühle ich mich unwohl, bin verunsichert und nicht der scharfe Geist wie sonst, mache Fehler die andere nicht mal rückwärts während des Schlafwandelns machen würden, verlaufe mich an ausgeschilderten Ubahn-Stationen und sitze am Abend dennoch im Heime und betrachte das Treiben mit einer gewissen Distanz die mir ein gewisses Unbehagen bereitet. Ich erkenne meine eigene arrogante Art, sehe mich aufgrund meiner Gedanken wichtiger, stärker, größer als andere, doch nur in meinen Gedanken, habe im Alltag Schwierigkeiten mit Menschen, arbeite passender Weise in der Betreuung im Seniorenheim. So laufe ich durch die Strassen, sehe Jungen und Mädchen, Männer und Frauen, Hunde und andere Tiere, Strassenbahnen und Taxis, normale Autos und Busse, begreife warum die Busse, Taxis, Strassenbahnen, und Autos da sind, meine zu wissen warum der Mensch neben mir einen Hund führt und bin doch nicht dazu fähig es in diesem Moment zu realisieren, die Szenerie als ganzes zu sehen, den Vorgang zu begreifen der vor sich geht, die Fluktuation des Lebens in seiner ‚Pracht‘ zu bestaunen, das ist mir nicht möglich.

Der Gedanke des Unbehagens tritt auf den Plan, auf einer Bank, eine schöne Aussicht, eine nette Person, meine Welt, mein Traum, mein Wunsch. Geschrieben fiel es mir nun so einfach dies zu schreiben wie das Abc aufzuzählen, gefragt nach Wünschen oder Träumen stottere ich drei bis vier Minuten vor mich hin bis die Menschen es aufgeben, warum ist das so? Angst. Angst vor Erwartungen, wenn niemand was von mir hält wird auch Niemand etwas von mir wollen. Ich verneine Aussagen wie „Du kannst das“ oder „Der Amir, der zeigt dir das dann“ meist, berichtige sie, unterstelle mir keine Fähigkeiten. Zum Teil ist das ungelogen, von Auge zu Auge bin ich gehemmt was die Grundfähigkeiten betrifft, so bin ich doch so oder so nicht dazu in der Lage aus einem überproportional großem Wissensschatz schöpfen zu dürfen, leide an Wissenslücken, zu faul jene zu füllen, der scharfe Intellekt sollte genügen, töricht.
Nun kreist dieser Gedanke immer wieder neu, er wiederholt sich, meine Beine laufen gerade, meine Gedanken schwirren im Kreise.

Nun nehme ich den Gedankenpfad absichtlich oft auf, könnte die Rotation unterbrechen doch ist es wahrscheinlich sinnvoller sie durchzubrechen, habe sogar Ehrgeiz in diese Richtung, finde auch jeweils neue Antworten, entwickle mich unaufhörlich, komme weiter, von Gedanken zu Gedanken, Ende dann im Schlaf, vorher natürlich am Anfang angelangt, so vergrößere ich den Kreis, durchbreche ihn aber nicht, Pi bleibt eine konstante Begleitung.

Nun kreise ich im Gedanken, laufe gerade, treffe Menschen die entweder gerade unterwegs sind oder kreisen, traf bis jetzt keinen wirklich gleichen, weiss nicht warum, halte es auch nicht für so wichtig, es gibt ähnliche, davon mehrere, ich befrage sie, diskutiere mit ihnen und will verstehen wie ihre Bahn aussieht, folgen sie der gleichen? Einer anderen? Gibt es die Möglichkeit zusammen die Runden zu drehen? Zusammen über den Zaun zu klettern, die Laufschuhe auszuziehen und erst einmal durchzuatmen?
Jetzt, in diesem Moment nicht. Das ist wohl auch ganz gut, denke ich den Kreis noch stark vergrößern zu können.

Komme ich damit nicht in eine endlose Odyssee? Egal wieviel Wind weht, will ich das Ende des Meers finden muss ich hinter den nächsten Horizont, der Horizont wird jedoch wiederkommen, Tag für Tag, Gedanke für Gedanke..
So ist es wohl ein Unding der Logik das ich dennoch weiter denken werde, warum? Gedanken bieten Gesprächs-Stoff, Gesprächs-Stoff verbindet Menschen, Menschen mit denen ich mich verbinde schaffen es vielleicht eines Tages das ich die Schuhe an den Nagel hänge, jedenfalls wäre das, wie man so schön sagt, ein Traum für den es sich zu Leben lohnt..

1.12.07 20:47

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